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Wissenschaft |
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Artikel lesenvom 06.05.2011, 19:25 UhrISS-Besatzung erwartet die Endeavour ISS-Besatzung erwartet die EndeavourDie letzten zehn Tage waren hauptsächlich durch die An- und Abreise der Progress-Raumschiffe, die Vorbereitung auf die Ankunft der Endeavour und etlichen Forschungsaktivitäten geprägt. Weiterhin fanden Übergabeaktivitäten mit der zukünftigen Stammbesatzung statt, JoKe führte eine Bahnanhebung durch und es gab einen Trauerfall. (Newsbild: Paolo Nespoli bei der Sitzprobe in Sojus-TMA 20) Quelle: NASA, Raumfahrer.net, Roscosmos Andreij Borisenko arbeitet im Poisk-Modul an Coulomb Crystal (Bild: NASA) In der letzten Woche hatte die Langzeitbesatzung ein umfangreiches Forschungsprogramm zu bewältigen. Andreij Borisenko startete eine neue Serie des Coulomb-Crystal-Experimentes im Miniforschungsmodul Poisk. Hierbei geht es um die Erforschung der Dynamik und den strukturellen Eigenschaften eines Coulomb-Systems, welches mit aufgeladenen Makropartikeln in einem Magnetfeld entsteht. Bei Coulomb-Systemen handelt es sich um Strukturen nach dem physikalischen Gesetz, dass nach dem französischen Physiker Charles Augustin de Coulomb benannt wurde und die elektrostatischen Eigenschaften zwischen elektrisch aufgeladen Partikeln erklärt. Das coulombsche Gesetz bildete die Grundlage für die Elektrostatik. Weiterhin wurden Tests mit einem neuen Funksystem zur Übermittlung von Hochgeschwindigkeitsdaten im russischen Segment durchgeführt. Mit ihm sollen künftig Daten zu Experimenten und dienstliche Informationen mit der Bodenstation ausgetauscht werden. Aus den Sauerstofftanks von ATV-2 wurde eine zweistündige Auffrischung der Stationsatmosphäre durchgeführt. Im amerikanischen Teil der Station fuhr Paolo Nespoli mit seiner Eigenstudie fort, zu messen, ob Blutdruck und Blutvolumen in der Schwerelosigkeit im Vergleich zur Erde Unterschiede aufweisen. Dafür maß er seinen Blutdruck und verstaute entnommene Blut- und Urinproben zur Bestimmung der Herzleistung auf Langzeitmissionen. Ronald Garan arbeitete zwischenzeitlich im japanischen Kibo-Labormodul. Dort wechselte er einen Ethernet-Hub und einen Multiplexer des Data-Management-Systems aus. Weiter betreute er das japanische CsPINS-Experiment, wo das Wachstum von Gurkenkeimlingen und deren Anpassung an die Mikrogravitation erforscht wird. Catherine Coleman hatte die Aufgabe Equipment zum Sammeln von Mikroben vorzubereiten und die Überwachung von Strahlungseinflüssen mittels Dosimeter zu kontrollieren. Die ISS-Besatzung bespricht sich im Destiny-Modul Paolo Nespoli fotografiert ALTEA Bauteile vor der Montage (Bilder: NASA) In Erwartung der STS-134 Mission der Endeavour gab es etliche Tätigkeiten der Vorbereitung darauf. Ronald Garan und Paolo Nespoli arbeiteten dafür in der Ausstiegsschleuse Quest. Sie haben aufgeräumt, Ausrüstungsgegenstände wie Handgelenk-Spiegel und Equipmenttaschen geordnet und die Amoniakverunreinigungs-Checkliste aktualisiert. Erneut wurden die Erhaltungsladungen der Anzug Li-Io-Akkus gestartet und die Regenerierung der Metal Oxide (METOX) Canister durchgeführt. Bei Letzteren gab es in der Vergangenheit Probleme mit dem „Ausback“-Ofen und dem Anschluss der Kanister an Selbigen zum Entfernen des Kohlendioxid. Es trat einen Fehlercode bei zwei Kanistern auf, vermutet werden beschädigte Dichtungen, welche diesmal extra geprüft wurden. Im Harmony-Knoten hat die Besatzung den vorderen Teil am Andockadapter-2 (PMA-2) von temporär gestauten Gegenständen geräumt und diese an neuen Stauplätzen in den Modulen Leonardo, Tranquility und Harmony untergebracht. Alle Transfers wurden im stationseigenen Inventar-Management-System (IMS) protokolliert. Zum Ende der letzten Woche führten alle sechs Besatzungsmitglieder eine gemeinsame Besprechung zu den Aktivitäten während der Kopplungszeit der Endeavour durch. Paolo Nespoli beschäftigte sich mit dem ALTEA-Experiment im Destiny-Modul. ALTEA (Anomalous Long Term Effects on Astronauts) erforscht die Langzeiteinflüsse von Strahlung auf den Menschen. Dabei geht es dieses Mal um die Installation des ALTEA Shield isotropic equipment im Express-Rack 8. Hierbei wird die vorhandene ALTEA-Hardware mitverwendet, um die Strahlung im US-Laboratorium in 3D zu erforschen. Weiter werden die Abschirmungseigenschaften von verschiedenen Materialien in Bezug auf die Wahrnehmung von anomalen Lichtblitzen getestet. In dieser Woche begannen die russischen Besatzungsmitglieder den in der letzten Woche eingetroffenen Raumfrachter Progress-M 10M zu entladen (Raumfahrer.net berichtete). Darunter befindet sich einiges an neuer Ausrüstung für russische Experimente wie Cascade, Aseptik oder auch Tipologija. Alexander Samokutjajew begann auch gleich mit Ersterem zu arbeiten. Cascade untersucht die Anpassung von Mikroorganismen, Kleinsttieren und menschlichen Zellen in der Schwerelosigkeit. Dmitri Kondratjew hatte die Aufgabe, Fotos von dem Experiment zu machen. Unterstützend verwendete Andreij Borisenko dabei Elemente der Aseptik-Prozeduren, um den Grad der Sterilisation der Ca SpaceShipTwo erstmals im "Federflug" Beim siebten Freiflug des von Virgin Galactic betriebenen suborbitalen Raumschiffs SpaceShipTwo wurden erstmals die Flügel in einen 65-Grad-Winkel zum Rumpf gebracht. Dabei fiel SS2 sanft bis zur Abfanghöhe. Quelle: Virgin Galactic SpaceShipTwo im Federmodus (Bild: Clay-Observatorium) Der Flug mit WhiteKnightTwo VMS "Eve" begann gestern gegen 15:43 Uhr MESZ, vor Ort war es 6:43 Uhr morgens, vom Mojave Air and Spaceport in Kalifornien (USA) aus. Nach einem etwa 45-minütigen Steigflug des Gespanns bis über 15.000 Meter Höhe wurde das SpaceShipTwo VSS "Enterprise" ausgeklinkt und ging zuerst in einen stabilen Gleitflug. Für 75 Sekunden standen die Flügel dann im Winkel von 65 Grad gegen den Rumpf des Testraumschiffs. Dabei neigte sich der Rumpf gegenüber der Erdoberfläche, das Raumschiff wurde durch die fast senkrecht stehenden Flügel stabilisiert. Der Fall erfolgte mit etwa 80 Metern pro Sekunde und wurde in etwa 10 Kilometern Höhe abgefangen. Die Flügel wurden in Normallage, parallel zum Rumpf gebracht und man erreichte wieder einen sicheren Gleitpfad. Nach gut 11 Minuten Flugzeit landete SpaceShipTwo auf einer Piste des Mojave Air and Spaceports. Während des Fluges wurden Aufnahmen am Clay-Observatorium gemacht. Dazu wurden mehrere Filter für die Advanced Camera for Surveys verwendet und die Einzelaufnahmen zu einem brillanten Farbbild kombiniert. Verwendet wurden Filter im sichtbaren Bereich um 435 bzw. 625 nm sowie infrarot bei 814 nm. Diese Daten wurden in blau, grün und rot umgerechnet und zusammengesetzt. Die Gesamtbelichtungszeit beträgt 1.717 Sekunden. Kugelsternhaufen sind kompakte Sternansammlungen, deren Mitglieder gewöhnlich zur selben Zeit entstanden sind. Als Ursache für die astronomisch gesehen gleichzeitige Entstehung vieler Sterne in einer kugelförmigen Region werden gewaltige Ereignisse wie Supernovae vermutet. Während die massereichsten Sterne ihren Wasserstoffvorrat schnell "verbrauchen" und danach selbst zu Novae werden, leuchten andere Sterne gleichmäßig und extrem lange. In Kugelsternhaufen findet man daher auch Sterne, deren Alter 10 Milliarden Jahre überschreitet. Messier 5 ist ein von Charles Messier 1764 katalogisiertes Objekt in etwa 24.500 Lichtjahren mittlerer Entfernung im Sternbild Schlange. Die mehr als 100.000 Sterne liegen in einem Gebiet von nur 160 Lichtjahren. Aufgrund dieser ungeheuren Kompaktheit sind die gravitativen Einflüsse der Sterne untereinander sehr stark, Bahnen oft instabil. Für Amateurastronomen sind Kugelsternhaufen beliebte Beobachtungsobjekte. Bereits mit Teleskopen mittlerer Größe kann man unter guten Beobachtungsbedingungen eine Vielzahl einzelner Sterne erkennen. Mit dem Hubble Space Telescope wurde anhand der neuesten Aufnahme auch eine Vielzahl neu gebildeter, heißer Sterne nachgewiesen. Diese entstehen aus den Überresten von Supernovae, bei denen große Mengen Gas in die Umgebung ausgestoßen werden. Permalink zum Artikel: Kommentare (19) | ||||||||||||||||